Täglich: Psalmverse und Bonhoeffer

Die Psalmen haben Dietrich Bonhoeffer viel bedeutet.
"Der Psalter ist die große Schule des Betens überhaupt. Je tiefer wir in die Psalmen wieder hinein wachsen, und je öfter wir selber gebetet haben, desto einfacher und reicher wird unser Gebet werden."
Quelle: Gemeinsames Leben/Das Gebetbuch der Bibel

Darum für jeden Tag ein paar Psalmverse und ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer. Sie wiederholen sich über die Monate und durch das Jahr. So können sie in uns in die Tiefe wachsen und sich entfalten. Diese Art von Wiederholungen ist nicht Langeweile, sondern wie ein Glockenschlag für die Seele.

Donnerstag, 20. Januar
Gott ist in Juda bekannt,
in Israel ist sein Name herrlich.
Du bist herrlicher und mächtiger
als die ewigen Berge.
Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken,
und allen Kriegern versagen die Hände.
Furchtbar bist du!
Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?
Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel,
so erschrickt das Erdreich und wird still,
wenn Gott sich aufmacht zu richten,
dass er helfe allen Elenden auf Erden.
Verse aus Psalm 76

"Erhebe deine Hand nicht zum Schlag, öffne deinen Mund nicht im Zorn, sondern sei still. Was kann denn der dir schaden, der dir Böses antut. Nicht dir schadet es, aber ihm schadet es. Unrechtleiden schadet keinem Christen. Aber Unrecht tun schadet. Nur eines will ja der Böse bei dir erreichen, nämlich, dass du auch böse wirst. Aber damit hätte er ja gesiegt. Darum vergilt nicht Böses mit Bösem. Du schadest damit nicht dem, sondern dir selbst. Nicht du bist in Gefahr, wenn dir Böses geschieht, aber der andre ist in Gefahr, der dir Böses tut und er kommt darin um, wenn du ihm nicht hilfst. Darum um des anderen willen und um deiner Verantwortung für ihn – vergilt nicht Böses mit Bösem."
Dietrich Bonhoeffer

Mittwoch, 19. Januar
Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,
jauchzet dem Gott Jakobs!
Stimmt an den Gesang und lasst hören die Pauken,
liebliche Zithern und Harfen!
Kein andrer Gott sei unter dir,
und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!
Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!
Verse aus Psalm 81

"Es gibt in der ganzen Weltgeschichte immer nur eine wirklich bedeutsame Stunde – die Gegenwart. Wer aus der Gegenwart flieht, flieht den Stunden Gottes."
Dietrich Bonhoeffer

Dienstag, 18. Januar
Denn Gott hat Zion erwählt,
und es gefällt ihm, dort zu wohnen.
»Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich;
hier will ich wohnen, denn es gefällt mir wohl.
Ich will ihre Speise segnen
und ihren Armen Brot genug geben.
Ihre Priester will ich mit Heil kleiden,
und ihre Heiligen sollen fröhlich sein.«
Verse aus Psalm 132

"Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt."
Dietrich Bonhoeffer

Montag, 17. Januar
Ich will Gott loben, solange ich lebe,
und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
Verlasst euch nicht auf Fürsten;
sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Denn des Menschen Geist muss davon,
und er muss wieder zu Erde werden;
dann sind verloren alle seine Pläne.
Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
der seine Hoffnung setzt auf Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat,
das Meer und alles, was darinnen ist;
der Treue hält ewiglich.
Verse aus Psalm 146

"Gott, du hast es mit mir angefangen.
Du hast mir nachgestellt, hast mich nicht loslassen wollen,
bist mir immer wieder hier oder dort plötzlich in den Weg
getreten, hast mich verlockt und betört,
hast dir mein Herz gefügig und willig gemacht,
hast zu mir geredet von deiner Sehnsucht und ewigen Liebe,
von deiner Treue und Stärke;
als ich Kraft suchte, stärktest du mich,
als ich Halt suchte, hieltest du mich,
als ich Vergebung suchte, vergabst du mir die Schuld.
Ich hatte nicht gewollt, aber du überwandest meinen Willen,
meinen Widerstand, mein Herz.
Gott, du verführtest mich unwiderstehlich,
dass ich mich dir hingab.
Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen.
Wie einen Ahnungslosen hast du mich gefasst –
und nun kann ich nicht mehr von dir los.
Du bist mir zu stark geworden und hast gewonnen."
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 16. Januar
Danket Gott und rufet an seinen Namen;
verkündigt sein Tun unter den Völkern!
Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat,
seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
Er ist unser Gott,
er richtet in aller Welt.
Er gedenkt ewiglich an seinen Bund,
an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.
Verse aus Psalm 105

"In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart."
Dietrich Bonhoeffer